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Hilfe für Mitchristen in der Diaspora !
Hunger, Armut, Krieg und Krankheit... das sind Nöte, die für jeden offensichtlich sind. An ihnen kann niemand vorbeisehen. Sie springen ins Auge und rufen spontan unser Mitgefühl hervor.
Die Not, auf die Sie das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken aufmerksam macht, ist anderer Natur: Sie heißt: Allein sein.
Allein sein mit seinem Glauben...
allein sein unter Menschen, die sich vom Glauben mehr und mehr abwenden...
Wer inmitten Anders-Gläubiger und Nicht-Gläubiger lebt, fühlt sich außen vor. Ihm fehlt Gemeinschaft. Er sehnt sich nach Menschen mit einer ähnlichen Einstellung in wesentlichen Fragen des Lebens.
Wo katholische Christen eine absolute Minderheit (ca. 1- 5%) darstellen... wo sie verstreut über weite geographische Gebiete leben... wo sie durch große Entfernungen voneinander getrennt sind... da stellt sich das Bonifatiuswerk helfend an ihre Seite. Wir sind vor Ort in der Diaspora.
Die Aufgabe
Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken ist von der Deutschen Bischofskonferenz mit der Förderung der Diaspora-Seelsorge beauftragt. Diese Aufgabe nimmt das von Laien gegründete Hilfswerk seit 1849 wahr.
Förderung der Diaspora-Seelsorge bedeutet Gläubige zu befähigen, den eigenen Glauben in einer glaubensfremden - zunehmend ungläubigen - Umgebung zu leben und weiterzugeben. Als "Werk der Solidarität" sammelt das Bonifatiuswerk Spenden und stellt diese den Diaspora-Gemeinden als "Hilfe zur Selbsthilfe" objekt- und projektgebunden zur Verfügung: für den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, Jugend- und Bildungshäusern, katholischen Schulen und Kindergärten, für die Kinder- und Jugendseelsorge (Religiöse Kinderwochen (RKW), Frohe Herrgottstunden), für die Ausbildung von Priestern in der Gemeindearbeit sowie für die Motorisierung von Pfarreien.
Die Hilfe
Im Jahr 2008 werden 74 Bauprojekte in den Diaspora-Gebieten von Deutschland, Nordeuropa und den nördlichen Baltikum mit 4.759.000 Euro gefördert.
Dort, wo die Hilfe des Bonifatiuswerkes besonders gefordert ist, beträgt der Anteil katholischer Christen an der Gesamtbevölkerung nur 5% oder weniger. In dem extremen Diaspora-Gebiet zwischen Elbe und Oder ist das Werk seit seiner Gründung helfend zur Stelle. Hier liegt der eine Schwerpunkt der Arbeit.
In diesem Jahr unterstützt das Bonifatiuswerk 49 Renovierungs- und Bauprojekte in 12 deutschen Diaspora-Bistümern mit 3.259.000.- Euro. Allein in die flächenmäßig oft sehr großen Pfarreien der neuen Bundesländer gingen seit 1990 an die 300 Kleinbusse der Diaspora-MIVA.
Die extreme Diaspora-Situation in Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island führte im Jahre 1974 zu einer offiziellen Ausweitung des Engagements auf die nordeuro-päischen Nachbarländer. Denn katholisch sein in diesen Ländern heißt: Große Entfernungen überwinden, sehr verstreut sein, eine Minderheit bilden von ca. 1%. Das Bonifatiuswerk fördert im Jahr 2008 im nördlichen Europa elf Renovierungs- und Bauprojekte mit 1 Mio. Euro.
Infolge der politischen Veränderungen und der großen Hilfsbedürftigkeit unterstützt das Bonifatiuswerk seit 1995 – in enger Zusammenarbeit mit Renovabis – auch die baltischen Diaspora-Christen in Estland und Lettland mit jährlich einer halben Millionen Euro. In diesem Jahr werden 500.000,-- Euro für 14 Baumaßnahmen weitergegeben.